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Spartipps Strom

Strom sparen im Urlaub

Urlaubszeit ist Reisezeit, heißt es so schön. An was die wenigsten denken: Den Energieverbrauch, während man weg ist. Denn im Haushalt gibt es unzählige Geräte, die ständig laufen. Sie verbrauchen unnötig Energie. Riesige Mengen, wie die Initiative Energie-Effizienz ausgerechnet hat: Rund 130 Millionen Euro geben die deutschen Haushalte jährlich sinnlos dafür aus. Die könnten gespart werden, wenn die Verbraucher die Netzstecker ihrer Geräte ziehen würden, die unnötig laufen.

Welche das sind? Die üblichen Verdächtigen. Also Fernsehgeräte, Videorecorder und DVD-Player, HiFi-Anlagen, die Ladeschalen für schnurlose Telefone, Ladegeräte für elektrische Zahnbürsten, Mobiltelefone und Akkus. Und natürlich PCs mit ihren stromhungrigen Gerätschaften wie Monitor, Drucker, Lautsprecher, DSL-Router, Splitter oder auch Telefonanlagen. An was die wenigsten denken: die kleinen Dimmerkästchen an Stehlampen mit Halogenstrahlern. Die stehen auch im Urlaub unter Strom, obwohl sie garantiert niemand braucht. Auch sollte man an die Mikrowelle in der Küche denken. Wenn man drei Wochen im Urlaub ist, guckt auch drei Wochen lang niemand auf die Uhrzeit …

Ein großer Posten ist übrigens häufig ganz unscheinbar unter der Spüle versteckt. Der kleine Warmwasserboiler für das Spülbecken in der Gästetoilette. Oder der ganz Große fürs Bad. Trotz Dämmung kühlt das Wasser in den Geräten ständig aus – und es muss nachgeheizt werden. Das ist im Urlaub völlig unnötig. Und wenn man den Nachbarn, der auch die Blumen gießt, bittet, den Stecker einen Tag vor der Rückkehr wieder einzustecken, ist auch sofort warmes Wasser da. Moderne Regelungen bieten die Funktion „Urlaub“ – meist an einem kleinen Koffersymbol zu erkennen. Hier lässt sich bequem der Abreisetag und der Rückreisetag eingeben. Das spart bei Abwesenheit richtig Energie. Und bei der Rückkehr gibt es wie gewohnt warmes Wasser.

Auch bei der Kälte lässt sich natürlich sparen. Der Kühlschrank muss nicht den ganzen Urlaub laufen. Denn meist ist er in dieser Zeit sowieso leer. Deshalb sollte er abgetaut und gereinigt werden. Und mit offener Tür wartet er auch ohne Stromverschwendung auf die zurückkehrenden Urlauber. Der Urlaubskasse kann das „Steckerziehen“ übrigens doppelt zugute kommen. Warum? Weil mögliche Überspannungen die Geräte gar nicht erst erreichen können. Mein Tipp daher: Ziehen sie den Stecker, wo es geht. Und ihr Portemonnaie dankt es bei der nächsten Stromrechung.

Billiges und teures Kaffeewasser

Der Winter hat endlich auch in Kassel Einzug gehalten. Und eine Rodelpartie macht Groß und Klein Spaß. Aber danach ist man auch meist richtig durchgefroren. Da hilft eine heiße Suppe und eine Tasse Tee oder Kaffee. Sie wärmen von innen. Aber wie erwärmen wir das Wasser möglichst billig? Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet. Gas ist am günstigsten, die Mikrowelle am teuersten. Mit Erdgas kostet es nur 1,48 Cent, um einen Liter Wasser auf 95 Grad zu erwärmen. Der Wasserkocher ist auch genügsam. Er schlägt mit 1,89 Cent zu Buche. Teuer ist auch die Kaffeemaschine nicht. Sie fordert 1,82 Cent. Aber das Kaffeewasser ist dann auch nur 87 Grad heiß. Richtig teuer wird es mit dem Elektroherd. Die gusseiserne Herdplatte benötigt für den einen Liter kochenden Wassers 3,06 Cent, das Ceran-Kochfeld sogar 3,19 Cent. Und wer mit der Mikrowelle Wasser erhitzt, scheint zuviel Geld zu haben: 4,59 Cent sind fällig. Mehr als das dreifache im Vergleich zu Erdgas. Da aber die meisten Haushalte keinen Gasherd haben, ist also der Blitzkocher für die meisten die günstigste Möglichkeit, um zu einer heißen Tasse Tee zu kommen.

Dass Gas billiger ist als Strom, gilt natürlich auch für das Dusch-, Bade- oder Abwasser. Eine Erdgastherme ist deutlich günstiger als Durchlauferhitzer oder Boiler, die mit Strom arbeiten. Und umweltfreundlicher ist Erdgas natürlich auch. Denn die Wärme entsteht dort, wo sie gebraucht wird. Sie muss nicht wie Strom über weite Strecken und mit Verlusten transportiert werden.

Stand by-Verbrauch - Den Energiefressern den Strom abdrehen

Wer nachts mit offenen Augen durch die eigene Wohnung geht, dem wird ein Licht aufgehen. Oder besser gesagt: viele kleine rote und grüne Lichter. Und die überall. Denn Fernseher, Satelliten-Receiver, DVD-Player und Video-Rekorder, HiFi-Anlage, elektrische Zahnbürste, mobiles Telephon, Anrufbeantworter, DSL-Router, Computer und selbst die meisten Waschmaschinen stehen ständig unter Strom. Und sie alle verbrauchen Strom – und das Geld ihrer Besitzer. Ein Beispiel: Ein Fernsehgerät kann jährlich bis zu 15 Euro unnötig Geld kosten.

Deshalb der einfache aber wirkungsvolle Tipp: Bei Nichtgebrauch sollten alle Geräte richtig ausgeschaltet werden. Und wenn es nicht über den Ein/Aus-Schalter am Gerät selbst funktioniert – wie bei immer mehr Geräten leider üblich –, eine schaltbare Steckleiste nutzen. Sie gibt es für wenige Euro im Baumark oder Möbelhaus. So verbrauchen die Geräte ganz sicher nichts. Eine weitere Möglichkeit ist der Powersafer. Er wird zwischen Steckdose und Gerät geschaltet und erkennt, ob ein Gerät auf Stand-by läuft. Wenn ja, schaltet er automatisch ab. Wer es genau wissen möchte, sollte sich ein Energiekostenmessgerät anschaffen. Es zeigt genau an, wie viel Strom ein Elektrogerät gerade verbraucht. PowerSafer und Energiekostenmessgerät gibt es für 12,90 Euro im Kundenzentrum der Städtischen Werke in der Kurfürsten Galerie.

Richtig Beleuchten und Dimmen

Wer sich und seine eigenen vier Wände richtig in Szene setzen will, hat die Qual der Wahl. Halogenstrahler, Glühlampen, Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und neuerdings sogar LED-Leuchten. Erschwerend kommt hinzu: Wie viel Licht wird benötigt, welche Leuchtkraft muss die Lampe also haben? Um sich nicht festlegen zu müssen und flexibel zu bleiben, sind dimmbare Leuchten meist die beste Wahl. Allerdings lassen sich momentan fast nur Halogen- und Glühlampen richtig dimmen. Bei Energiesparleuchten muss ein größerer technischer Aufwand betrieben werden. Und das ist nicht zum Nulltarif zu haben. Deshalb sind günstige Energiesparlampen normalerweise nicht vernünftig regelbar. Auch gibt es Unterschiede bei den verwendeten Dimmern, die man berücksichtigen muss.

Wichtig ist auch: Beim Dimmen verschlechtert sich der Wirkungsgrad der Lampen erheblich. Das heißt konkret: Wenn eine Lampe nur noch halb so hell leuchtet, spart das nur ein Viertel des Stroms ein. Oder anders herum gedacht. Wenn eine Glühlampe mit der Hälfte ihrer eigentlichen Leistung betrieben wird, verliert sie rund dreiviertel ihrer Leuchtkraft. Wer also nicht unnötig Strom durch Dimmen verschwenden möchte, sollte sich überlegen, wie hell die Lampe im Regelfall leuchten soll, bevor die „Birne reingedreht“ wird. Denn Dimmen verschwendet Strom. Und so ist es grundsätzlich bei kleineren Leuchten oft schlauer, nicht zehn mit einem Schalter zu steuern, sondern jeweils fünf mit einem eigenen. Zunächst wird die erste Fünfergruppe angeschaltet und falls es doch zu dunkel sein sollte, werden die verbleibenden fünf einfach dazugeschaltet. Das spart erheblich mehr Strom als alle zehn gleichzeitig zu dimmen.

Energetischer Durchblick – der Energiepass

Die CO2- und Klimadebatte ist aus den akademischen Kreisen in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Denn Energieeffizienz und intelligente Mobilität gehen jeden an. Weil wir zum einen selbst Primärenergieträger verbrauchen und zum anderen auch unser Geldbeutel betroffen ist. Je bewusster wir mit den natürlichen Ressourcen umgehen, desto weniger Geld geben wir für Energie aus. Eigentlich logisch, aber wer weiß schon so genau, wo und wie die eigene Immobilie Energie einspart – oder eben verschwendet.

Klarheit gibt der Energieausweis. Andreas Helbig, Vorstandsvorsitzender der Städtische Werke AG, erklärt: „Eigentlich sollte der Ausweis schon im vergangen Jahr Pflicht werden, aber vom Gesetzgeber kamen keine klaren Vorgaben. Jetzt rechnen wir mit ihm im nächsten Jahr. Es ist zwar noch sicher, wie der Ausweis genau aussehen wird. Aber bereits ausgestellte werden gültig bleiben. Deshalb lohnt der Energieausweis schon jetzt.“ Und das nicht nur für Haus- und Wohnungsverkäufer, die in Zukunft gegenüber Kaufinteressenten den energetischen Zustand ihrer Immobilie anhand des Energiepasses belegen müssen. Das gilt auch für alle, die Mieter oder Leasingnehmer suchen. Sie müssen ihren potentiellen Kunden einen Energieausweis vorweisen. Er rechnet sich auch für Immobilienbesitzer, die ihre eigenen vier Wände nicht verlassen möchten. Denn der Energieausweis gibt auch Ihnen viele hilfreiche Einblicke in ihr Gebäude. Er informiert über:

  • den aktuellen Energieverbrauch
  • Heizenergieverluste durch bestimmte Bauteile
  • Energieverluste von Heizkessel und Warmwasserbereitung
  • das Einsparpotential durch verbesserte Dämmung
  • Nutzen neuer Heizkessel
  • Rentabilität einer Solaranlage
  • das CO2-Einsparpotential
  • absehbare und abschätzbare Kosten

Wer mehr wissen möchte, sollte überlegen, welcher Ausweis für ihn der richtige ist. Denn es gibt im Augenblick drei unterschiedliche. Beim bewährten „Energiepass-Hessen“ füllt der Auftraggeber selbst einen speziellen Fragebogen zur Immobilie aus. Das dauert rund zwei Stunden, die detaillierte Auswertung übernimmt der Energieberater. Auf dieser Grundlage erstellt er den Energiepass. Er kostet für Ein- oder Zweifamilienhäuser 75 Euro.

Außerdem gibt es die von der EU geforderten „Verbrauchs- und Bedarfsorientierten Energieausweise“. Der Verbrauchsorientierte arbeitet ebenfalls mit einem Fragebogen, der vom Immobilienbesitzer ausgefüllt wird. Er kostet, je nach Aufwand, zwischen 25 und 50 Euro für ein normales Ein- oder Zweiparteiengebäude und gibt eine einfache Aussage zum energetischen Gebäudezustand. Beim „Bedarfsorientierten Energieausweis“ nimmt der Energieberater die Immobilie selbst gründlich unter die Lupe. Für ein Standardeinfamilienhaus muss man zwar mit 300 bis 400 Euro rechnen. Aber der Berater kann vor Ort auch auf schwierige bauliche Situationen eingehen und sehr tiefgehende Analysen und individuelle Empfehlungen geben. Von einem Energieausweis, egal von welchem, profitiert der Kunde aber in jedem Fall:

  • Investitionen zahlen sich durch geringere Heizkosten aus
  • Erhalt der Bausubstanz
  • Gefahren von Bauschäden können vermindert werden
  • Der Wert der Immobilie steigt
  • Schimmel kann vorgebeugt werden
  • Investitionen zur energetischen Sanierung werden optimiert
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